Die Geschichte der "Jupiter" Bleistift-Schärfmaschinen
Die Firma Guhl & Harbeck wurde am 11.02.1867 von Heinrich August Hermann Guhl und Christian Friedrich Harbeck gegründet. Nach der anfänglichen und sehr erfolgreichen Produktion von Nähmaschinen und Schreibmaschinen ("Hammonia") wurde ab ca. 1896 mit der "Jupiter" auch Bleistiftanspitzer (genauer gesagt: Bleistift-Schärfmaschinen) hergestellt und weltweit exportiert.

Folgende Jupiter-Bleistiftschärf-Modelle sind bekannt:
(Ur-) Jupiter
gebaut ca. 1899-1914
Diese erste Jupiter-Spitzmaschine wurde am 22.09.1896 patentiert (U.S. Patent 02.11.1897) und von ca. 1899 bis 1914 vertrieben. Die Maschine hatte noch keinen Spänebehälter und keine Hersteller-Plakette. Das Drehrad mit dem großen Fräser befand sich an der Frontseite und nicht an der Seite wie bei allen Nachfolgemodellen.
Von diesem Modell sind verschiedene nationale und internationale Beschriftungsvarianten bekannt (Beschriftungen für den deutschen, englischen, französischen und amerikanischen Markt). Dieses Modell wurde nur mit einer schwarzen Lackierung vertrieben. Die originale Bezeichnung und Beschriftung ist "Jupiter". Teilweise wird die Spitzmaschine auch als "Jupiter 0" oder als "Ur-Jupiter" beschrieben.
gebaut ca. 1905-1910
Die "Jupiter 1" basiert auf einem Patent vom 15.01.1905 und wurde anfangs mit einen Zusatzgewicht im Korpus ausgeliefert (daher die interne Bezeichnung "Jupiter 1 G"). Es gab noch keine Minenlängeneinstellung, der bewegliche Schlitten hat einen angeschraubten Schubgriff und bei dem großen Antriebsrad ist die Halbkugel (Sonnenbedruckung) etwas tiefer ausgeformt. Der Spänebehälter war wie die Maschine aus Gusseisen und mit einer Beschriftung versehen. Ab dieser Version sind die Bleistiftspitzmaschinen mit einer Plakette versehen (aus Metall bzw. später gedruckt). Auch sind Sonderformen der Plaketten bekannt.
Von diesem Modell sind verschiedene nationale und internationale Beschriftungsvarianten bekannt (Beschriftungen für den deutschen, schweizer, österreichischen, englischen und amerikanischen Markt). Auch dieses Modell wurde nur mit einer schwarzen Lackierung vertrieben.
Jupiter 1
gebaut ca. 1910-1928
Über mehrere Jahre hinweg wurde die "Jupiter 1" immer wieder leicht verändert und ist daher in verschiedenen Versionen zu finden. Als Hauptmerkmal ist das nun fehlende Gewicht zu nennen. Die "Jupiter 1" besitzt den gleichen Spänebehälter wie der "Jupiter 1 G", hat nun eine Minenlängeneinstellung (kleiner, verstellbarer Hebel) und einen im beweglichen Schlitten integrierten Schubgriff, mit dem der Bleistift Richtung Fräser gedrückt wird.
Von diesem Modell sind verschiedene nationale und internationale Beschriftungsvarianten bekannt (Beschriftungen für den deutschen, schweizer, österreichischen, englischen und amerikanischen Markt). Dieses Modell ist - neben der bekannten schwarzen Lackierung - sehr selten auch in den Farben Rot und Dunkelgrün zu finden.

Reklamemarke Jupiter Bleistiftschärfmaschine
Jupiter 2
gebaut ca. 1925-1951
Die "Jupiter 2" basiert auf einem Patent vom 14.12.1928. Die Beschriftung der "Jupiter 2" ist mit der der "Jupiter 1" identisch. Das große Antriebsrad und der Spänebehälter (mit Beschriftung!) besteht noch aus Gusseisen (bei späteren Typ 2-Modellen besteht beides aus Bakelit!). Der Spänebehälter der Jupiter-2-Modelle ist nun jedoch deutlich höher als bei der Jupiter 1. Der größte Unterschied besteht in einer automatischen Stoppvorrichtung für den Stiftschlitten.
Anfangs besitzt die Jupiter 2 noch die typische Messingplakette und eine glatte Lackoberfläche. Spätere Modelle haben eine aufgedruckte "Plakette" und eine rauhe Farblackierung.
Von diesem Modell sind wenige verschiedene Beschriftungsvarianten bekannt. Dieses Modell ist - neben der bekannten schwarzen Lackierung - sehr selten auch in den Farben Rot, Dunkelgrün, Dunkelgrau und Dunkelviolett zu finden.
Jupiter 2 /51
gebaut ca. 1951-1955
Der größte Unterschied der "Jupiter 2 /51" ist das Antriebsrad, welches nun aus Bakelit gefertigt wurde. Dieses Modell hat entweder einen hohen Gusseisenbehälter oder wie die letzten Modelle (wohl ab 1955) einen hohen Plastik/Bakelitbehälter. Auch an der Beschriftung wurde arg eingespart: statt "Guhl & Harbeck Hamburg" und "Bleistiftschärf-Maschine" befindet sich jetzt nur noch ein "Jupiter 2" Schriftzug auf der Maschine; auch die Pflegehinweise auf der Rückseite wurden komplett weggelassen! Die Modelle hatten zusätzlich noch eine durchsichtige Plastikverkleidung über den Zahnrädern/Fräser. Diese fehlt allerdings fast immer!
Diese Jupiter-Version besitzt nur noch aufgedruckte "Plaketten" (voll oder als Kontur) und eine glatte Farblackierung.
Verschiedene Beschriftungsvarianten sind nicht bekannt. Dieses Modell ist vermutlich nur mit der schwarzen Lackierung produziert worden. Die Maschine wurde dann kurze Zeit später noch ein weiteres Mal überarbeitet. Deshalb ist diese Variante mit Bakelitantriebsrad und der alten Achsenbefestigung (siehe Jupiter 2/51 B) sehr selten!
Jupiter 2 /51 B
gebaut ca. 1955-1970
Dies ist nun die finale Version der Jupiter. Wichtigster Unterschied zu dem Vorgängermodell "Jupiter 2 /51" ist die komplett überarbeitete Achsenbefestigung der Gleitstange. Statt dem außen liegenden Arretierblättchen wird die Achse nur noch mit Schraubenmuttern gekontert. Dies erforderte sogar eine Überarbeitung des Gusskörpers. Ein weiterer Unterschied besteht in dem verlängerten Minenlängeneinstellhebel. Einige Ausführungen haben eine Plastikverkleidung über den Antrieb, dieser fehlt allerdings meist oder ist kaputt.
Diese Jupiter-Version besitzt nur noch aufgedruckte "Plaketten" (als Kontur) und eine glatte Farblackierung.
Verschiedene Beschriftungsvarianten sind nicht bekannt. Dieses Modell ist vermutlich nur mit der schwarzen und - ganz selten - mit einer grünen Lackierung produziert worden.